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JAYBO MONK

HAZARDOUS BRUSHSTROKES

NEW PAINTINGS BY JAYBO MONK

October 01, 2010 to November 06, 2010

OPENING September 30TH  2010 7PM

Artist Statement

„Die Strasse oder eine Mauer als ein Kunstwerk zu verstehen, bedeutet, dass die Kunst schon immer da draußen gewesen ist.
Die Kunst umgibt uns, es kommt nur darauf an, sie für sich selbst sichtbar zu machen. Das grandiose Ich des Künstlers, der sich als schaffendes Genie sieht, muss wieder bescheidener werden, denn er schafft es nicht, die Kreidekritzelei eines Kindes auf einer Mauer zu überbieten. Es ist bereits alles schon gemacht worden und zu Tode konzeptualisiert worden. Auf der Suche nach dem Besonderen in der Kunst findet man oft nur Namen, Ego und Künstlerkarrieren und man verliert dabei zwangsläufig das Wesentliche aus den Augen: Das Werk.
Die Strasse, die Mauer zur Kunst zu erheben, bedeutet, dass nicht Museen und Austellungen Kunstorte sind, sondern der Alltag. Kunst ist Teil des Lebens und das gilt es sichtbar zu machen. In einer Welt, in der Kaufhäuser als glitzernde Konsumkathedralen wahrgenommen werden, möchte ich wieder die einfachen Materialien wie Asphalt, Kreide, Packpappe, Gaffertape und altes Leinwandtuch benutzen, um aus ihrer Zusammenstellung einen Funken Hoffnung zu zünden und zu beweisen, dass es eine andere Vision unserer sogenannten realen Welt gibt.
Die reduzierte Farbwelt, der Zufall der Form, die Sensibilität der Strukturen sind der Wortschatz meiner Bilder, die nicht anfangen und nicht enden. Allein der Weg, oder besser gesagt, die intime Suche nach dem perfekt provozierten Zufall ist bedeutend. Ich lasse bewusst dem Glück und dem Zufall die Oberhand, bis zur fast kompletten Auslöschung des Künstlerwillens. Ich versuche diesen Willen zu verlieren, beziehungsweise versuche, dem Willen seinen freien Lauf zu lassen. In diesem verzweifelten Versuch entsteht ein absolutes Gefühl der Unmöglichkeit. Ich könnte genauso gut irgendetwas machen und ich warte, was aus diesem Irgendetwas etwas wird. Auf diese Weise entstehen beispielsweise Portraits aus Nase, Mund und Ohren, die aus der Nähe betrachtet nichts mehr mit Nase, Mund und Ohren im bildlichen Sinn zu tun haben. Durch die Art wie die Kontur die Farbe in eine andere fließen lässt, entstehen rein abstrakte Formen, in denen unser Auge durch seine Konditionierung im Sehen Figuratives erkennt. Diese visuellen Effekte verursachen eine Kettenreaktion, die sich instinktiv dem Zufall bedienen. Ich versuche die unterschiedlichen Felder der Malerei, die sich direkt mitteilt und der Malerei, die sich durch Abbildung mitteilt, zu erkunden. Die auf einander folgenden Zufälle provozieren oft den Verlust eines Bildes. Die Malerei wird so zum Seiltanz zwischen figurativer und abstrakter Kunst. Alles beginnt im Abstrakten, aber endet weit davon entfernt. Wichtig ist es nur, die Lebendigkeit des Zufalls zu erhalten und doch Kontinuität zu bewahren. Ein ständiger Kampf entsteht zwischen dem Versuch durch erneute provozierte Zufälle das Bild weiter zu verbessern oder es so zu belassen und für fertig zu erklären. Das Risiko des Zufalls, die Unkontrollierbarkeit, der sich verselbstständigende Prozess des Malens zwischen Schaffen und vollkommener Zerstörung, ist der Weg.
Am Anfang des Prozesses habe ich ein Bild meiner Arbeit im Kopf, jedoch passiert es selten, dass diese Idee eins zu eins verwirklicht wird. Die Arbeit, das Bild, verwandelt sich beim Malen von selbst.
Ich vermute, dass jedes Bild ein Eigenleben hat, selbst lebt und sich aus zufälligen Pinselstrichen malen lässt. Hazardous Brushstrokes (gefährliche Pinselstriche) symbolisiert daher die Gefahr des Prozesses meiner Malerei, den schmalen Grat auf dem ein Bild gut ist oder gut bleibt oder aber im Bruchteil einer Sekunde vernichtet wird.